Andreas Alexander

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Vermutlich spielt Andreas Alexander eine tragende Rolle bei der Entwicklung der deutschen Coß.

Es gibt keine direkte Veröffentlichung von ihm, doch der Kodex C349 in Abschrift von Adam Ries war vermutlich ein Katalysator für Adam Ries und Heinrich Schreyber genannt Henricus Grammateus, die deutsche Coß zu entwickeln. Die Handschrift war wohl um 1518 entstanden.

Nach einem Gedankenspiel möchte ich eine kleine Geschichte erzählen.

​Adam Ries wurde beauftragt eine Abschrift der Handschrift von Andreas Alexander zu machen. 

Ries schrieb dazu Ich hab auch volgende exempla gehabtt Und gemacht durch die , ehe mir das alte buch ader die exempla Andree Alexandrj Zu handen koment seint

und Des Buch von dem ding  auß arabischer in krichisch gesacZT vonn  Archimedo, und alß auf der krichischn sprach in die lateinische Durch  Apuleyum, Vnnd Zum letzten Zu vnser Zeit durch den erfahrenden  Mathematiker Andreas Alexander eins teyls vordeutscht

Wir erkennen, es handelt sich um zwei Bücher. Wobei eine alte lateinische Vorlage durch Alexander auf eine neue Ebene überführt worden war. 

Jedoch, wie kommt Ries an diese Bücher?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein  Doktor Sturtz aus Erfurt hier als Vermittler fungierte. Und die Auswahl auf Adam Ries lenkte, denn Ries konnte lesen und schreiben. Er verstand lateinische Quellen und er hatte großes mathematisches Verständnis. Und Sturtz und Ries kannten sich.

Sturtz kannte auch Grammateus, der 1518 in Wien seinen Magister-Abschluß erhielt und Zugriff auf den Schlüssel der Bibliothek der Universität Wien hatte. Im Sommer des Jahres 1518 ließ sich Grammateus für eine gewisse Zeit beurlauben. Eine Reise nach Baden wurde als Ziel genannt.  

Laut Analysen, kam das Papier auf dem die Handschrift C349 geschrieben wurde aus Baden.

Die Handschrift ist wohl in sehr kurzer Zeit niedergeschrieben worden: möglicherweise eine Ausarbeitung mit anschließendem Diktat.

Wenige Jahre später kommt es zu zwei Abhandlungen: Die Coß von Adam Ries 1524, nicht veröffentlicht, und  die Veröffentlichung von Grammateus Ayn new kunstlich Buech im Jahre 1521.

Und wohin sind die Bücher gegangen, die Ries als Vorlage hatte?

Viele Rätsel und manch spannende  Geschichte. Auch der Zusammenhang der Fakten kann ganz anders gewesen sein.